Das Karnivorenbeet, auch Fleischfresserbeet genannt, ist die neueste Attraktion des Botanischen Gartens. Das Moor an der Maashoek ist voller winterharter fleischfressender Pflanzen.
Die Bepflanzung orientiert sich unter anderem an den Moorlandschaften im Südosten der USA, wo viele Karnivoren natürlich vorkommen. Zurzeit ist dies das größte Fleischfresserbeet unserer Provinz. Dieses einzigartige Stück Natur zeigt, welche Strategien die verschiedenen Fleischfresser einsetzen, um ihre Beute zu fangen.
Der Boden, auf dem diese Pflanzen wachsen, ist sehr nährstoffarm und besteht unter anderem aus abgestorbenen Pflanzenteilen, Quarzsand und überwiegend abgestorbenem Torfmoos (Sphagnum). Daher mussten diese Pflanzen in den letzten Millionen Jahren raffinierte Methoden entwickeln, um an Nährstoffe zu gelangen und zu überleben. Es gibt Pflanzen, die richtige „Mäulchen“ besitzen, die zuschnappen (Dionaea), aber auch Kannenpflanzen (Sarracenia), in deren Kannen Insekten gefangen werden.
Daneben gibt es auch noch die Klebefallen (Drosera und Pinguicula), die Insekten mit ihren klebrigen Blättern festhalten. Und im Teich neben dem Fleischfresserbeet kann man sogar das Wasserschlauchgewächs (Utricularia) sehen, das mit kleinen Saugfallen winzige Tiere im Wasser fängt. Nahezu alle fleischfressenden Pflanzen über der Erde locken ihre Beute mit schönen Farben und wohlriechenden Düften an – ganz ähnlich wie Blüten –, aber statt einer Nektarbelohnung fallen die meisten Insekten diesen stets hungrigen Pflanzen zum Opfer.



