Der Tiglien-Garten

Im Tigliengarten erhält der Besucher einen Eindruck von der ursprünglichen Tegeler Landschaft vor etwa 2 Millionen Jahren.

Der Tegeler Ton wurde vor 1,5 bis 2 Millionen Jahren in einem Flussgebiet abgelagert, in dem damals noch keine Menschen lebten. Das Klima jener Zeit war vergleichbar mit unserem heutigen Klima. Trotz dieser Ähnlichkeit lebten im Tiglien andere Tiere und Pflanzen als heute. Im Tegeler Ton fand man Fossilien unter anderem von: Stachelschweinen, Pferden, Bären, Büffeln, Hyänen, Affen und einer Hirschart – dem Tegeler Hirsch. Es wurden jedoch nicht nur exotische Tiere, sondern auch exotische Pflanzen entdeckt: Gummibäume, Feldahorn, Flügelnuss und Zypressen. Das Tiglien endete, weil sich das Klima veränderte und es kälter wurde. Dies bedeutete das Aus für all diese Exoten. Als es später wieder wärmer wurde, konnten zahlreiche dieser Arten (soweit sie auf der Erde noch existierten) erneut in unserem Land leben.

Seit 2024 wird der Tigliengarten neu gestaltet. Dabei erhält das Projekt wissenschaftliche Unterstützung von verschiedenen Forschern des Naturalis in Leiden, von Historyland in Hellevoetsluis und insbesondere vom Paläontologen Dick Mol. Mehrere Stiftungen, wie das Kultuurfonds, das Mondriaanfonds und die Jac und Ellen Scheuten Foundation, haben es ermöglicht, die ursprüngliche Vegetation des Tiglien aufzuspüren, zu beschaffen und in dem neu gestalteten Garten anzupflanzen. Das Ganze wird noch interessanter durch die Hinzufügung einiger Fauna-Elemente. Der Paläokünstler Remie Bakker hat wissenschaftlich fundierte Nachbildungen des Riesenbibers und des Großen Tegeler Hirsches geschaffen. Diese wurden 2025 im Tigliengarten aufgestellt.